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In VINO gönn dir was

Ein saloppes Hallo! Oder ein Flügel verleihendes Servus?! Ein lässiges Ciao! Oder gar ein altmodisches Grüß‘ Sie!? Ein förmliches Guten Tag. Oder ein sittengetreues Grüß Gott! Ein kurzes und oberflächliches Hi?! Wie auch immer.

Ich bin Velocina Vicina Vinocina. An diesen Kauderwelsch musst du dich ab jetzt gewöhnen. Ich bin nämlich Anfänger. Apropos Welsch. Wann hast du zuletzt Welschriesling getrunken? Nämlicher ist kein Anfänger, sondern ein sogenannter Einsteiger.

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Ich indessen mache dich zum Aufsteiger. Heutzutage ein Aufsteiger sein, ist wirklich etwas Besonderes. Existieren doch beinah mehr Aussteiger als Aufsteiger. Ich meine AussteigerInnen, das Binnen-I ist selbstverständlich zu berücksichtigen. Haben wir es hier mit einer Existenzfrage zu tun? Was diesen einen Buchstaben betrifft bestimmt, aber die Tatsache, ob man AufsteigerIn oder AussteigerIn ist!? Ob Soll und Haben, Haben oder Sein, Sein oder Nicht-Sein, soll uns heute allerdings nur am Rande beschäftigen.

Deswegen zurück zum Welsch! Er existiert noch. Und lässt sich nicht einfach so wegrieseln. Er ist relativ frostresistent und eine Rebsorte, die eher spät reift. Gegen Frost resistent, das bin ich leider nicht, dafür aber gut gereift, sagen wir bereift. Allerdings haftet mir kein blumig-fruchtiges Aroma an. Sucht man übrigens nach der Abstammung der Rebe der Sorte Welschriesling, tappt man offensichtlich im Dunkeln. Ebenso, wenn es sich um meine Abstammung handelt.

Velocina folgt augenscheinlich einer Umwandlung des Adjektivs veloce [schnell], Vicina einer Abwandlung des Adjektivs vicino [nah(e)] und Vinocina (dieses Wort existiert eigentlich gar nicht) resultiert aus einer Verwandlung des vorigen unter Beimischung des Nomen vino [Wein]. Die weibliche Substantivendung „a“ betont die weibliche Note. Nun denn, das „I“ und das „a“, ergo „I a“. Gemeint ist aber keinesfalls des Esels störrisches „I a“, sondern ein umgangssprachliches „I a“, folglich: ICH AUCH! Ich erst recht! Womit wir doch wieder bei der Existenzfrage angelangt wären!?

Jedenfalls mag ich solch Wortspiele, es ist, als ob die richtigen Wortsilben in meine Räder gelangten, sich dort verdrehten und Velocina Vicina Vinocina ins Leben riefen. Apropos. Folgst du deinem Ruf des Lebens? Kennst du ihn? Ich vielleicht schon. Aber das bleibt vorerst ein Geheimnis. Jedenfalls treten wir in nächster Zeit des Öfteren miteinander in Kontakt. Wir treten aber nicht nur in Kontakt, sondern auch in die Räder. Ich nehme dich nämlich mit auf meine Reise! Eine Zeit-Reise. Ich meine nicht diejenige Reise, welche uns in eine andere Zeit entführt. Wir schwelgen weder in Erinnerung, noch machen wir uns Gedanken über unsere Zukunft, sondern wir reisen in die Zeit hinein! In „das Jetzt“, das auch Zeit bedeutet.

Komm einfach mit, – ja, DU AUCH, du erst recht! – schwing dich auf meinen Sattel und werde AufsteigerIn. Lass‘ dich entführen und verführen! Keine Sorge, sobald du fest auf meinem Sattel sitzt, verfügst du über den schnellsten Entschleuniger, den du dir vorstellen kannst, nämlich mich alten Drahtesel! Ja, ich weiß, doch ein Esel! Aber einer mit Speichen, die noch dazu aussehen wie eine Uhr, eine Zeit-Uhr! Sie drehen sich unentwegt, aber langsam. Momentan stehen sie beinahe still. Still ruht und reift derzeitig auch der Jungwein in den Stahltanks und Weinfässern der Weinkeller. Solltest du auch nach der Stille suchen, dann entkomme allem, was dich in Besitz hält. Radeln wir durch graue Nebelschwaden, trotzen wir der feuchtkalten Luft und der tristen Jahreszeit. Fahren wir durch die Weinviertler Kellergassen, überqueren wir die Feldwege und durchkreuzen die Hohlwege. Steig auf, halt dich fest und gebe dich der Reise hin. Fortsetzung folgt!

Deine V.V.V.

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